Haus der Offiziere

Im Zuge der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Kummersdorf bezog man ab 1906 Wünsdorf mit ein. Ab 1910 entstanden dort zahlreiche Kasernenanlagen: 1912 das Fernsprech- und Telegrafenamt und 1913 die Infanterieschule. Durch den Ersten Weltkrieg forciert – Wünsdorf war Sitz des Hauptquartiers der Reichswehr – entstand die Kaiserliche Turnanstalt, die von 1919 bis 1943 in die Heeressportschule überging (bekannt als „Haus der Offiziere“). Es folgten weitere Kasernenbauten, ein Lazarett und Pferdeställe.

Besonderes Juwel in der Garnisonstadt war das „Haus der Offiziere“. Herzstück des Gebäudes war und ist das schlossartige, symmetrisch angelegte Hauptgebäude mit seinen beiden imposanten Seitenflügeln und einer Geschossfläche von 2.000 m². Auf vier Etagen besticht es durch eine klare Gliederung mit breiten Mittelfluren und beidseitig abzweigenden Räumen, wo großzügige Sprossenfenster für einen üppigen Lichteinfall sorgen und ein zentrales Treppenhaus die einzelnen Etagen verbindet. Hinzu kommen weitere 1.000 m² Geschossfläche im nördlichen und ca. 2.154 m² im südlichen Seitenflügel.

Vor dem Gebäude blickt noch immer stolzen Hauptes Genosse Lenin in die Natur. Mittig liegt das denkmalgeschützte leider sehr marode Diorama, ein Rundbau, der erst 1970 in den Komplex integriert wurde. Hier präsentierten die Sowjets ein Gemälde mit dem Titel „Erstürmung des Reichstages durch die Rote Armee“.